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Publication . Conference object . 2021

Zur (unaufhaltsamen?) Verwischung der Grenzen zwischen Gemein-und Fachsprache: die Lehren aus dem COVID19-Diskurs

Gautier, Laurent;
German
Published: 29 Sep 2021
Publisher: HAL CCSD
Country: France
Abstract
International audience; Zur (unaufhaltsamen?) Verwischung der Grenzen zwischen Gemein- und Fachsprache: die Lehren aus dem COVID-19-DiskursDie Fachsprachenforschung hat lange Zeit eine Abgrenzung von Gemein- und Fachsprachen postuliert. Viele Arbeiten der letzten drei Jahrzehnte haben dieses Postulat jedoch hinterfragt und stark relativiert. Neuere Ansätze zur Fachkommunikationsforschung – etwa aus der Sozio-, Varietäten- oder gar Ethnolinguistik aber auch aus den Kognitionswissenschaften (Gautier 2008, 2013). – haben schließlich neue Konzeptualisierungen von Fachdiskursen zur Diskussion gestellt, wo eine solche Abgrenzung einfach als unhaltbar aufgefasst wird. Vor dem Hintergrund des thematischen Schwerpunktes der Tagung zielt also der Beitragsvorschlag darauf ab, diese Problemstellung an einigen Diskursphänomenen rund um die COVID-19-Pandemie neu zu beleuchten.Die COVID-19-Pandemie hat nämlich wie kaum eine andere gesundheitspolitische Herausforderung zuvor die Problematik der Fachwissensvermittlung durch die Medien in neues Licht gerückt (Aptum 2020). Von Tag auf Nacht wurden Bürger und Politiker auf medizinisches Fachwissen (Busch/Spranz-Fogasy 2015) angewiesen, um eine außerordentliche Situation irgendwie zu verstehen, ihren Alltag neuen vorher unbekannten Verhältnissen anzupassen bzw. politische Maßnahmen zu ergreifen. In diesem Kontext sind sehr schnell Kontroversen zur richtigen Einschätzung der Lage durch Wissenschaftler – insbesondere Virologen (Roth 2020) – erschienen, die zum größten Teil auf der Diskussion fachinterner Wissensinhalte basieren, welche wiederum die Vermittlung einer fachlichen Terminologie im Sinne externer Wissenschaftskommunikation (Antos 2020) voraussetzen . Der Beitrag will gerade daran anknüpfen und die fach-externe, oft laienlinguistische sprachkritische Diskussion von Fachtermini – als eines der Hauptmerkmale von Fachsprachen – diskutieren.Der Untersuchung liegen zwei COVID-19-Korpora zugrunde, und zwar das des Leibniz-Institutes für Deutsche Sprache, das vorwiegend Pressetexte zu COVID-19 enthält, und das des DWDS, das „Texte deutscher Webseiten sammelt, die sich aus unterschiedlichen Blickwinkeln heraus (Medizin, Politik, Philosophie, Gesellschaft) mit der COVID-19-Pandemie beschäftigen“.Zitierte Literatur:Antos, Gerd (2020). Wissenskommunikation, Frank & Timme.Aptum (2020). Corona. Essayistische Notizen zum Diskurs. Sonderheft 16/2-3, Hempen VerlagBusch, Albert/Spranz-Fogasy, Thomas (Hrsg.) (2015). Handbuch Sprache in der Medizin, de Gruyter.Gautier, Laurent (2008). „Fach, Fachsprache und Fachtextsorte: ein 'magisches' Dreieck in der Fachsprachenvermittlungé“ In : Daniel Baudot & Maurice Kauffer (Hgg.). Wort und Text, Stauffenburg Verlag, 3-13.Gautier, Laurent (2013). „Semantische Prädikate, prädikative Nomina und Argumentlinking“ In: Hervé Quintin & Jean-François Marillier (Hgg.). Nomina und Verba im Zusammenspiel, Stauffenburg Verlag, 69-83.Roth, Kersten Sven (2020). „Vor dem Elfenbeinturm. Eine Tragödie.” In: Aptum 16/2-3, 236-243.
Subjects

Diskurs, Diskurslinguistik, Fachsprachen, Fachsprachenforschung, Terminologie, COVID, [SHS.LANGUE]Humanities and Social Sciences/Linguistics

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